Falls Sie es nicht schon wussten...
Der berühmte sächsische Architekt Arwed Rossbach errichtete 1888/89 das VHS-Gebäude Löhrstr. 7 für den „Verein für Volkswohl“
Wer dieses Gebäude von der Hofseite aus betritt, kann noch den alten Schriftzug an der 2002 sanierten Fassade erkennen. Das Gebäude beheimatete seit 1889 u.a. „ein Restaurant, dessen Inhaber die Bewirtschaftung des eigentlichen im Hintergrund des Anwesens liegenden Vereinsgebäudes mit zu besorgen hatte ... Der beide ... Gebäude verbindende Flügelbau enthält im Kellergeschoss die Kegelbahn, im Erdgeschoss die Küche nebst Anrichteräumen, im Obergeschoss aber einen Übungssaal für die Sänger. Im Erdgeschoss des Vordergebäudes (in dem sich heute die VHS befindet) hat auch die Vereinsbibliothek Platz gefunden.“ (Quelle: „Leipzig und seine Bauten“, Leipzig 1892.)
Wer war Arwed Rossbach, dem wir im Herbstsemester 2009 Vorträge und ab 24. November eine ständige Ausstellung widmen?
Arwed Rossbach war ein Architekt des Historismus, geboren am 24. November 1844 in Plauen. Seine Hauptwirkungszeit fiel in die Jahre der deutschen Gründerzeit. Rossbach absolvierte sein Architekturstudium an der königlichen Kunstakademie zu Dresden, wo er von den monumentalen Bauten Gottfried Sempers inspiriert wurde. Nach kurzer Tätigkeit in Berlin ließ er sich 1871 in Leipzig nieder. In der Messestadt entstanden die meisten seiner Bauten. Für die Universität Leipzig errichtete er die neue Universitätsbibliothek Bibliotheca Albertina in der Beethovenstraße (1888−1891). Weiterhin war er für Umgestaltung des Hauptgebäudes Augusteum am Augustusplatz (1891−1897) verantwortlich. Das letztere war ein tiefgreifender Umbau des von Albert Geutebrück und Karl Friedrich Schinkel geschaffenen klassizistischen Gebäudes im Stil der italienischen Neorenaissance. Für die benachbarte spätgotische Universitätskirche St. Pauli (1968 gesprengt) schuf er zugleich eine neue neogotische Fassade. Des weiteren baute er für die Universität den Neubau für das so genannte Rote Kolleg in der Ritterstraße (1891–1892).
Zu seinen wichtigen Bauten zählen auch das 1898–1901 entstandene Gebäude der Deutschen Bank AG in der Nähe des Neuen Rathauses und die beeindruckende neoromanische Taborkirche in Leipzig-Kleinzschocher, die 1904 posthum fertig gestellt wurde. Daneben haben sich in Leipzig verschiedene Mehrfamilienwohnhäuser wie die Eckbebauung Beethovenstraße/Grassistraße und einige Villen erhalten, so zum Beispiel das Wohnhaus Friedrich-Ebert-Straße 77.
Arwed Rossbach und die Leipziger Universitätsbauten (A13329Z)
Vortrag: 24.11. und 1.12., Di., 18-19.30 Uhr
Führung: 8.12. Di., 18-19.30 Uhr,
Kursleiterin: Dr. Betina Kaun
Ständige Ausstellung über Arwed Rossbach, Baumeister in Leipzig (A13328Z)
In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Leipzig. Die Eröffnung findet am 24. November, 17 Uhr statt.






